Die 90er Live Party ODER Die Veranstalter waren Gameboyspieler

Ich bin ein Kind der 90er. Ich habe meine Wochenenden zu Whigfield, Culture Beat, den Vengaboys und anderen durchtanzt. Umso mehr freute ich mich, dass diese 3 Gruppen auf einer 90er-Party in Saarbrücken live auftreten sollten.

Eigentlich begann der Abend recht vielversprechend, wenn auch etwas verwirrend, da auf der Karte „Beginn 21 Uhr“ stand, aber bis 22 Uhr nur ein einsamer Mensch auf der Bühne Konservenmusik abspielte.

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Um 22 Uhr eröffneten die Moderatoren von SR 1 – die ab dann nie wieder gesehen wurden an diesem Abend – die Show. DJs erschienen auf der Bühne und begannen, wortlos Platten aufzulegen.

Die Musikzusammenstellung war suboptimal. Kaum kam die Menge etwas in Schwung, sorgte ein langsamer Song fürs Abebben der Tanzwut. Bereits nach 1 1/2 Stunden spielte man Ace of Base zum zweiten Mal.

Das Rumstehen war ermüdend, also setzten wir uns und schauten der Menge beim „Feiern“ zu…

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Zwischendurch reparierte man kurz die Technik…

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Die DJs unterhielten sich, versuchten durch Gesten das Publikum zu animieren und nahm zwischendurch Selfies auf oder ließen fotografieren. Meist standen sie aber einfach nur rum.

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Irgendwann war da eine Frau auf der Bühne. Wer ist das? Was macht die da? Ach, das ist Whigfield! Singt die jetzt? Wieso hat die niemand angesagt?

So überraschend wie sie kamn, verschwand sie auch wieder…

Gegen Mitternacht erschien Culture Beat auf der Bühne (immerhin mit Ankündigung) und diese Gruppe hat sich so ins Zeug gelegt, dass die die Stimmung zum Umschlagen brachte und damit meiner Meinung nach den Veranstaltern den A…bend gerettet hat! Jetzt tanzte die Meute, es floß vermutlich auch mehr Alkohol und man konnte es ansatzweise als eine „Party“ bezeichnen.

Um 1 Uhr heizten die Vengaboys noch einmal so richtig ein, bevor man den DJs für den Rest der Nacht (die wir uns ersparten) das Zepter wieder überließ.

Ich fand dieses groß angekündigte Event sehr zäh und sehr unstrukturiert. Niemand führte durch den Abend, Whigfield ging völlig unter, die Playlists dämpften zumindest anfangs die Stimmung, der Ton war übersteuert und auf diese winzige Nebelmaschine am Hallenende hätte man auch gut verzichten können.

Meine Vermutung: die Veranstalter waren Gameboyspieler und Stubenhocker und haben die 90er eher passiv als tanzend in einer Disco verbracht. Das hätte man wirklich besser machen können.

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2 thoughts on “Die 90er Live Party ODER Die Veranstalter waren Gameboyspieler

    1. Die DJs sahen mal so aus, als hätten sie die 90er schon bewusst erlebt (also sie waren alt genug ;-)).
      Es war einfach auch eine ungewöhnliche Kombination: Musik aus der Konserve plus Liveacts. Keine Ahnung wie die Erwartungen aussahen, aber dass man mit dem Publikum was anfangen konnte, haben Culture Beat gezeigt.

      Gefällt mir

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