Summer Breeze 2016

Das Summer Breeze Open Air (kurz SBOA) ist ein seit 1997 (mit Ausnahme von 1998) jährlich stattfindendes Metal-Festival auf der Ostalb und seit 2006 auf dem Flugplatz des Aeroclubs Dinkelsbühl und mit derzeit ca. 45.000 Besuchern (Stand 2015)[1]eines der größten in Deutschland. Das Festival findet in der Regel in der Woche des 15. August von Donnerstag bis Samstag statt. (Wikipedia)

Mein erstes Breezeerlebnis hatte ich 2014. Ich war nie zuvor auf einem Musikfestival, habe aber sehr gute Freunde, die seit Jahren regelmäßig zu solchen Events fahren. Ich fand das alles sehr spannend und ein Bier ergab das andere und plötzlich war ich im Besitz einer Eintrittskarte und einem Mitfahrplatz 🙂

2015 war ich wieder mit von der Partie und nach anfänglichem Zögern hatte ich auch für 2016 wieder zugesagt.

01gelaende
(Quelle: summer-breeze.de)

So sieht das von oben aus, wenn ca. 40.000 Menschen campen 😉 Der rote Punkt ist in etwa der Stellplatz unserer Zelte gewesen.

In diesem Jahr hatten wir Glück bei der Anreise, der Anfahrtsstau hielt sich in Grenzen und wir kamen gut durch die Schleuse, wo das Auto nach verbotenen Gegenständen gecheckt wird. Es geht hier nicht nur darum, keine Waffen mitzuführen. Auch Glassachen sind aufgrund der Beschaffenheit des Geländes verboten, d.h. Alkohol gibt’s aus Dosen oder wird in Plastikflaschen umgefüllt.

Der Aufbau der Zelte und des Pavillions war schnell erledigt. Wurfzelte sind eine praktische Sache, wenn auch ein wenig niedrig und eng 😉

Der Campingground ist recht weitläufig – von unserem Platz bis zu den Bühnen betrug die Entfernung ca. 1km -, aber gut versorgt mit Dixitoiletten, Spülklos, Duschen, drei Supermärkten, Wasserstationen, Polizei, ADAC, Malteser und Essensständen.

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Man darf jedenfalls nicht sehr empfindsam sein, wenn man sich auf ein solches Festival einlässt. Zwar sind wir mittlerweile dazu übergegangen, die kostenpflichtigen Spültoiletten zu benutzen, aber dennoch lebt man 4 Tage in Staub und Dreck und – wenn man Pech hat – auch im Schlamm.

Dieses Jahr regnete es kurz am Donnerstag und recht heftig am Samstagabend. Das hat uns dann leider ein paar Konzertbesuche gekostet, aber am Samstag waren wir ohnehin schon etwas k.o.. Zu den Lieblingsbands kämpft man sich allerdings auch durch Sturm und Wasser, wenn es sein muss 😉

06busTraditionell ging es am Donnerstag zunächst einmal in das 7km entfernte Dinkelsbühl. Drei kostenlose Shuttlebusse fahren die Besucher den ganzen Tag über ins Städtchen und zurück. Die Supermärkte dürften an den Breezetagen den Großteil ihres Jahresumsatzes machen.

Auch hier heißt es „Nase zu und durch“ und hoffen, dass es niemandem unterwegs übel wird 😉

Dinkelsbühl selbst ist ein sehenswerter Ort, den man sich auch ohne Festival gut einmal anschauen kann.

Aber natürlich sind wir nicht wegen des Sightseeings hier, sondern wegen der Musik.

Die findet ab 11 Uhr bis weit in die Nacht hinein auf vier Bühnen auf dem „Infield“ statt.

Auf diesen Fotos ist nicht viel los, da die großen Bands erst abends spielen, es dann aber für brauchbare Fotos viel zu dunkel ist.

Auf dem Infield findet man zudem unzählige Getränke- und Essensstände, eine Shoppingmeile für alles, was das Metalherz begehrt und natürlich einen Stand mit Merchandise, der immer sehr gut besucht ist:

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Musikmäßig hat es mir ausgesprochen gut gefallen. Ich höre eigentlich im Alltag wenig Metal und wenn, dann überwiegend Powermetal oder Punckrock mit Metaleinschlag, aber es macht einen großen Unterschied, ob man diese Musik „aus der Konserve“ oder live hört. Meiner Meinung nach muss Metal live gehört werden – diese Bands leben ihre Musik, ihre Leidenschaft kommt auf der Bühne erst richtig zum Ausdruck.

Mein persönliches Highlight war der Auftritt einer meiner Lieblingsbands: Sabaton (Foto rechts) Zwar besingen sie überwiegend Kriegshelden, dennoch macht es großen Spaß, den Jungs zuzuhören und zu schauen!

Interessant fand ich auch den Auftritt von „Arkona„(Foto links), einer russischen Gruppe mit vielen Musikelementen aus der Folklore. Ich habe ihre Songs zwar schon oft gehört, fand sie aber eher langweilig, bis ich nun ihre Livedarstellung gesehen habe.

In jedem Jahr entdecke ich auch mindestens eine band, die mir bis dato noch unbekannt war, deren Alben ich mir aber meist im Anschluss an das Fest kaufe. Dieses Mal ist dies die  schwedische Truppe „Psychopunch„.

17abbauDer Abreisetag verlief ähnlich entspannt wie schon die Ankunft.

Viele waren bereits am Samstagabend aufgebrochen, wir fahren immer in aller Ruhe am Sonntagmorgen zurück in die Heimat.

Während der Aufbau eines Wurfzeltes ziemlich flott vonstatten geht, muss man beim Abschlagen ein wenig knoblen. Einige Festivalbesucher stehen immer wieder mit großen Augen vor ihrem Zelt, wenn es darum geht, das Ding zu zerlegen 😉 Aber: Metalheads sind absolut hilfsbereite Menschen und so haben wir unserem noch sehr jungen Nachbarn dabei geholfen, sein Zelt wieder zu verstauen.

Nicht jeder hinterlässt seinen Platz so ordentlich:

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Natürlich gibt es jedes Jahr erneut Diskussionen um den Müll, den Festivalbesucher hinterlassen, aber dazu muss man sagen, dass der Betreiber dies in der Planung (und im Preis) berechnet und es zudem keinen einzigen öffentlichen Mülleimer auf dem Campingground gibt. Das Infield wird jedoch regelmäßig zwischen den Auftritten gesäubert.

Das Summer Breeze 2016 hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht und ich habe meinen Freunden für 2017 schon zugesagt.
Aber: ich merke, dass ich keine 20 mehr bin und dass ich nach diesen Tagen sehr lange zum Regenerieren benötige 😉 So langsam komme ich aber wieder zu Kräften und finde auch wieder Gefallen an meinen Mitmenschen 😀

Videoeindrücke:

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