NaNoWriMo – Tipps und Fazit

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Ich habe den NaNoWriMo überstanden und gewonnen.
Wer darüber nachdenkt, es selbst einmal zu versuchen, für den habe ich ein paar Tipps zusammengetragen:

1. Inspiration

Manchmal fallen einem Ideen für gute Geschichten sofort ein, manchmal aber auch nicht. Inspirationen kann man überall finden, aber nicht jeder spricht auf die gleiche Art von Inspiration an. Für mich funktionieren beispielsweise keine „writing prompts“ für eine vollständige Story. Ich kann damit Szenen schreiben, aber nichts Längeres. Mir helfen Bilder bei der Suche nach Erzählungen. Das können Fotos von Pinterest oder – wie dieses Mal – Kartendecks wie das Tarot sein.

  • Geht raus, schaut Euch um, nehmt Euch Zeit und notiert Einfälle, auch wenn sie noch so seltsam sein mögen. Wartet NIE darauf, dass die Muse Euch küsst, die ist sehr zickig 😉

2. Planung

Im letzten Jahr habe ich sehr spontan und mit minimalistischer Planung am NaNoWriMo teilgenommen (was man so schafft an nem halben Tag). Da war es nicht verwunderlich, dass ich schon nach wenigen Tagen an die Grenzen meines Ideenreichtums stieß. Ich hatte nicht einmal eine grobe Vorstellung vom Ende meiner Geschichte, wusste also auch nicht, in welche Richtung ich schreiben sollte. Ich weiß, dass es da draußen Menschen gibt, die diese Situation wunderbar beherrschen, ich gehöre nicht dazu 😉
Dieses Jahr habe ich den halben Oktober dafür genutzt, um meine Story zu skizzieren. Ich hatte einen Anfang, eine Mitte und ein Ende und die wichtigsten Personen standen mit Namen und Minilebenslauf fest.
In dieser Phase stellt man auch schnell fest, ob die Idee überhaupt für eine 50.000-Wörter-Novel ausreicht oder nicht. Meine Urpsrungsidee entpuppte sich nämlich während der Planung als unbrauchbar für mich, um den ganzen November daran zu schreiben. Sie riss mich nicht mit und ich konnte den Mittelteil nicht füllen. Also habe ich neu angesetzt und neu geplant. Ist man erst einmal im November, wirft das einen sehr zurück und stiehlt die Lust am Schreiben.

  • Notiert Euch zumindest einen Anfang, eine Mitte und ein Ende!

3. Schreiben, schreiben, schreiben

Die November beginnt mit viel Elan und ein Einfall jagt den anderen. Die ersten Wörter sind schnell geschrieben, aber dann geht es ans Eingemachte. Nun kommt der Punkt, an dem man improvisieren muss, weil man nicht detalliert genug geplant hat, weil die Figuren ihr Eigenleben entwickeln, weil schreiben doof ist und weil man das alles für doch ziemlich ätzend und unütz hält 😉
Nun braucht man ein paar Strategien. Meine sahen folgendermaßen aus:

  • ohne nachzudenken einfach losschreiben
  • die Pomodorotechnik einseten, d.h. 25 Minuten fokusiert arbeiten, dann 5 Minuten pausieren und zwar wirklich pausieren (aufstehen, Fenster öffnen, etwas trinken,…weg vom Geschriebenen), anschließend erneut 25 Minuten fokusiert schreiben
  • das Geschrieben NICHT lesen, NICHT zurückblättern, den inneren Kritiker einsperren und ausschalten
  • schreiben, auch wenn es innerlich schmerzt 😉

Irgendwann kommt man so an den Punkt, an dem das Schreiben wieder leichter fällt, versprochen 🙂

4. Nicht mit anderen vergleichen

Dies ist ein Tipp, der für jede Lebenslage passt 🙂

  • Schaut nie, was die anderen machen, macht Euer eigenes Ding auf Eure Weise!

Gerade wenn man in den Foren von NaNoWriMo unterwegs ist, trifft man auf ein paar Schreiberlinge, die die 50.000 Wörter bereits nach drei Tagen erreicht und in der Monatsmitte bei 150.000 sind. Das kann ein wenig demotivierend sein, deswegen habe ich die Foren in meiner zähen Schreibphase (siehe oben) gemieden.

  • Wenn Euch der Austausch mit anderen motiviert: prima, go for it! Wenn ihr aber merkt, dass er Euch runterdrückt, dann haltet Euch davon fern.

5. Sonstiges

  • Viel bewegen,
  • dehnen,
  • trinken,
  • Pausen machen
  • und daran denken, dass es ein Leben nach dem NaNoWriMo gibt 😉

Mein persönliches Fazit:

Ich bin unglaublich stolz darauf, eine Geschichte mit 50.039 Wörtern in 19 Tagen zu einem Abschluss gebracht zu haben! Ich war bislang immer der Meinung, meine Phantasie sei nicht ausreichend genug, um so etwas zu bewältigen.
Ich habe mir mein „Gewinnerzertifikat“ ausgedruckt und aufgehängt. Es erinnert mich daran, dass ich schaffen kann, was ich mir vorgenommen habe.
Außerdem habe ich Lust bekommen, weitere Stories zu planen und vielleicht sogar zu schreiben, aber mit mehr Ruhe.

Mir hat der NaNoWriMo viel gebracht und Spaß gemacht. Ob ich ihn nächstes Jahr noch einmal mitmache? Wahrscheinlich ja, aber jetzt brauche ich erst eine Weile Erholung 🙂

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5 thoughts on “NaNoWriMo – Tipps und Fazit

  1. Herzlichen Glückwunsch zum gewonnen NaNoWriMo! Deine Tipps sind wirklich gut und dieses Mal habe ich es genauso gehandhabt wie du – und bin dadurch extrem gut in den Schreibfluss gekommen.
    Was mich noch ungemein motiviert sind die täglichen Sprints mit dem deutschen NaNoWriMo-Team auf Twitter. Außerdem die Vorfreude zu „lesen“, wie die Story tatsächlich weitergeht. Es ist doch ein gutes Zeichen, wenn man seinen eigenen Roman nicht aufhören kann zu schreiben weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht, oder?

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  2. Ich finde das sehr beeindruckend – ich lese gern Fanfiction, könnte mir aber selbst nie vorstellen, so etwas zu entwerfen. Die Details, der Aufbau, die Gespräche – alles Wahnsinn! Insofern Hut ab!

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