Review: Carve the Mark von Veronica Roth

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Carve the Mark von Veronica Roth
Deutsche Übersetzung: Rat der Neun – Gezeichnet

Akos und Cyra leben in einer Galaxie, die jedem eine besondere Gabe schenkt und Auserwählte dazu bestimmt, die Zukunft zu beeinflussen.
Cyras Geschenk bringt anderen große schmerzen bis hin zum Tod, was sie für ihren tyrannischen Bruder zu einer gefährlichen Waffe macht.
Als Akos, der von einem friedliebenden Planeten stammt, in seine Fänge gerät und er die Bekanntschaft von Cyra macht, nimmt das Schicksal seinen Lauf…

Veronica Roth, bekannt geworden mit ihrer Serie „Divergent“, hat in ihrem neuen Roman eine faszinierende und komplexe Welt erschaffen. Vielfältige Kulturen, Religionen und Lebensräume formen die Lebensumstände der Protagonisten und machen es ihnen schwer, sich mit den ihnen verliehenen eigenwilligen Fähigkeiten in ihrer Welt zurechtzufinden. Doch sie lernen, ihre Gaben zu kombinieren, eine Allianz zu bilden und sich so der Tyrannei zu widersetzen.

So ungewöhnlich wie die Umgebung so ungewöhnlich sind auch die Erzählperspektiven, die die Autorin gewählt hat. Sie wechselt zwischen Akos, dessen Teil der Geschichte aus Sicht eines Dritten geschildert wird und Cyra, die als Icherzählerin auftritt. Dieses Stilmittel passt sehr gut zu den Persönlichkeiten und erleichtert es dem Leser, den Überblick über das Geschehen zu behalten.

Ich bin ohne Erwartungen an diesem Roman herangegangen und wurde von einer Story überrascht, die sich nicht mit „Divergent“ vergleichen lässt. Während bei diesen Büchern die Ereignisse im Vordergrund stehen und man atemlos von Seite zu Seite blättert, muss man sich für „Carve the Mark“ mehr Zeit lassen, um alle Verwicklungen zu verstehen und die Charaktere besser kennenzulernen.
Ich kann mir vorstellen, dass dies einige Fans von Veronica Roth enttäuschen wird. Mir persönlich hat das Universum, das sie erschaffen hat, unglaublich gut gefallen, allerdings hätte ich mir auch hin und wieder etwas mehr „Action“ gewünscht.

4sterne

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Review: The Unbound von Victoria Schwab

The Unbound
The Unbound von Victoria Schwab

Mackenzie Bishop, ein „Keeper“ im Archiv der Untoten, wird seit ihrer Begegnung mit Ownen von gefährlichen Albträumen verfolgt, in denen sie sich selbst verletzt. Nicht nur ihre Eltern auch die Verantwortlichen im Archiv machen sich Sorgen umd ihren geistigen Zustand und beobachten sie mit Adleraugen. Doch Mackenzie kann es nicht riskieren, alles zu verlieren und stellt sich ihren Ängsten. Bis plötzlich Menschen verschwinden, die kurz zuvor mit ihr Kontakt hatten…

Anfangs war ich bei diesem zweiten Band etwas skeptisch, weil nicht klar war, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde, ob es einen Zusammenhang – außer dem Setting – zum ersten Buch geben oder ob es eine eigenständige Story sein würde. Doch so nach und nach fielen die Puzzleteile zusammen und die Richtung kristallisierte sich heraus.

Zwar erfährt man auch hier nicht viel über den Hintergrund dieser außergewöhnlichen Welt, doch die Figuren und der gut gewebte Spannungsbogen haben mich ein weiteres Mal in den Bann gezogen.
Eine wirklich gelungene Fortsetzung, die damit leider ihr Ende gefunden hat.

4sterne

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Review: The Name of the Star von Maureen Johnson

The Name of the Star
The Name of the Star (The Shades of London, Band 1) von Maureen Johnson

Die junge Amerikanerin Rory soll ihr letztes Schuljahr in einem Londoner Internat verbringen, doch noch bevor sie sich richtig einleben kann, bricht der „Ripperwahn“ über die Stadt herein. Ein Mörder treibt sein Unwesen. Er imitiert die Taten des legendären Londoner Verbrechers Jack, the Ripper und versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Er hinterlässt keine verfolgbaren Spuren und selbst die allgegenwärtigen Überwachungskameras haben kein Bild von ihm aufgezeichnet. Lediglich Rory hat ihn gesehen – und gerät in sein Visier.

Maureen Johnson greift im ersten Band ihrer Trilogie zu einer Geschichte, die ein Garant für Spannung ist, und verwebt sie recht geschickt mit einem fantastischen Element. Wer glaubt nicht, dass eine Stadt wie London voller Geheimnisse und unerklärlicher Ereignisse steckt? Diese gilt es gemeinsam mit den Protagonisten zu ergründen – einer Gruppe unerschrockener Teenager aus „besserem Haus“, klug, mutig…und ein Spielball des Rippers. Leider habe ich ein wenig den Eigeneinsatz der Truppe vermisst, die Entwicklung ihrer Persönlichkeiten, das Wachsen an den Herausforderungen. Letzten Endes werden sie zu all ihren Handlungen mehr oder weniger gezwungen.
Am Ende hatte ich fast mehr Verständnis für das Handeln des Mörders als für das der Jugendlichen.

Eine leichte, dennoch spannende Lektüre mit typischen Elementen des Jugendbuchgenre.

3sterne

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